GÜNTHER GABOLD

Zur Person: Günther Gabold

Mein Name ist Günther Gabold, geboren am 31.10.1946 in Bamberg. Mir wurde der Umgang mit gefiederten Lebenwesen geradezu in die Wiege gelegt, denn mein Vater war bekannt als der "Vogelvater von Bamberg." Unter seiner Anleitung lernte ich sehr früh, zwischen falsch verstandener Tierliebe und effektiver Hilfe zu unterscheiden.

Dazu ein Beispiel: Im Alter von 10 Jahren bekam ich einen verletzten Turmfalken mit der Aufgabe, den Vogel zu pflegen. Als der Falke gesund und voll flugfähig war, forderte mein Vater mich auf, das Tier wieder in die Natur zu entlassen. Die Tränen flossen in Strömen, als ich Falko in die Luft warf und er sich mit kräftigen Flügelschlägen entfernte. Traurig und an den Worten meines Vaters zweifelnd erlebte ich die folgenden Tage. Bis mein Vater mir erzählte, er habe Falko gesehen und mir erklärte, der Vogel sei leicht von anderen Turmfalken zu unterscheiden, denn er habe im Schwanzgefieder zwei Mauserfedern, die erst halb ausgebildet waren und im Rüttelflug deutlich zu erkennen sind.

So oft es ging, hielt ich mich im Jagdrevier des Falken auf, immer wieder konnte ich Falko bei der Mäusejagd beobachten und war glücklick! Nun verstand ich die Worte meines Vaters: "ein Wildvogel gehört nicht in einen Käfig!"

Auch die negativen Seiten im Umgang mit verletzten Tieren habe ich früh kennengelernt, denn es ist nicht immer möglich, einem verletzten Tier zu helfen. Manchmal muss ein schwer verletzter Vogel sogar eingeschläfert werden.

Diese Erlebnisse haben mich als Kind, in meiner Jugend und auch später stark geprägt. So habe ich nach Schule, Berufsausbildung und Familiengründung viele Jahre als Berufsfalkner an einigen Falkenhöfen gearbeitet.

Ich erkannte den erzieherischen Wert einer gut geführten Anlage, habe aber in einigen Fällen - meist hinter den Kulissen - Dinge gesehen, die ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: es gibt gute und schlechte Greifvogelhaltung. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Falkenhöfe oder ähnliche Einrichtungen. Im Gegenteil, auch ich habe die pädagogischen Möglichkeiten einer Flugvorführung erkannt. Dennoch habe ich mich aus der Berufsfalknerei zurückgezogen, eine Greifvogelpflegestation aufgebaut und es mir zur Lebensaufgabe gemacht, verletzten oder geschwächten Greifvögeln zu helfen. Immer mit dem Ziel, die Tiere nach ihrer Genesung in die Natur zu entlassen.

Ich hoffe, dass ich noch lange den meist durch den Menschen zu Schaden gekommenen Wildtieren helfen kann.

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